Tipps fürs Osterfeuer: Risiken für Wildtiere vermeiden

Zu den Osterfeierlichkeiten gehört in vielen Gemeinden das Entzünden des Osterfeuers. Lebensgefahr bedeutet diese Tradition jedoch für Kleintiere, die sich im aufgeschichteten Reisig verstecken. Wer nicht ganz auf die Tradition verzichten möchte, sollte daher zumindest entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen, rät der Tierschutzverein Ahlen und Umgebung e.V.

„Damit die Ostertradition nicht zur tödlichen Falle wird, empfehlen wir, das Brennmaterial erst kurz vorher auf- und unbedingt vor dem Abbrennen noch einmal umzuschichten“, sagt Christiane Schäfer, Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Wer nur am Brennmaterial rüttelt, kann nicht sicher sein, die Tiere zu vertreiben, da viele einfach nur reglos verharren, anstatt aus ihrem vermeintlich sicheren Versteck zu fliehen.“

Für viele Wildtiere bieten die aufgeschichteten Reisighaufen einen idealen Lebensraum. Kleintiere, wie Igel oder Kröten, die bei wärmer werdenden Frühlingstemperaturen aktiv werden, nutzen die Haufen als sicheres Versteck. Mäusen, aber auch Vögeln dienen sie mitunter als Wohnraum. Liegen die Brennguthaufen bereits mehrere Wochen auf derselben Stelle, ist die Gefahr groß, dass sich bereits Tiere darin verkrochen haben. Die Tierschützer empfehlen von einer Verbrennung gänzlich abzusehen, falls man beim Umschichten auf brütende Vögel oder seltene Tierarten stößt. Amsel oder Rotkehlchen finden als Frühbrüter in Reisighaufen oftmals eine geeignete Kinderstube.

Die alljährlichen Osterfeuer gehen auf einen heidnischen Brauch zurück, bei dem die Menschen den Wechsel von Winter auf Frühling feiern. Die Feuer werden, je nach Region, am Karsamstag, am Abend des Ostersonntags oder am Morgen des Ostermontags entzündet, um den Frühling zu begrüßen.

Augen auf bei Ostereiern

Wer an Ostern den Tierschutz mit im Blick hat, sollte beim Kauf der Ostereier auf Eier aus artgerechter Haltung zurückzugreifen oder auf eine pflanzliche Ernährung setzen. Dazu rät der Tierschutzverein Ahlen und Umgebung e.V. Vorsicht ist bei bereits gefärbten oder verarbeiteten Eiern geboten, denn dort besteht keine Kennzeichnungspflicht. Für den Verbraucher ist also nicht ersichtlich, aus welcher Tierhaltung die Eier stammen. Kennzeichnen Hersteller oder Supermärkte Produkte oder gefärbte Eier nicht freiwillig, besteht Gefahr, dass sie von Hühnern stammen, die in Käfigen leben.

„Vielen Verbrauchern ist nicht bekannt, dass es in Deutschland noch immer Eier aus Käfighaltung gibt – wenn auch nur in verarbeiteten Produkten, wie etwa Eierlikör, Nudeln, Gebäck oder Fertigprodukten“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Christiane Schäfer.

Obwohl die Angabe der Haltungsform, anders als bei frischen Schaleneiern, auch auf den bunt gefärbten Eiern nicht verpflichtend ist, haben viele Handelsunternehmen mittlerweile auf den Druck der Tierschützer und auf den Wunsch vieler Verbraucher reagiert. Wenn man sich in Supermärkten umsieht, machen viele freiwillig eine Angabe zur Haltungsform. Der Großteil der bunten Eier stammt heute aus Bodenhaltung.

Dennoch: Steht nichts Gegenteiliges auf der Verpackung, so handelt es sich meist um Käfigeier. Der Tierschutzverein Ahlen fordert daher gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, eine verpflichtende Kennzeichnung mit den Ziffern 0 bis 3, analog zu den frischen Eiern. Bis dahin appellieren die Tierschützer an alle Tierfreunde, auf nicht gekennzeichnete Produkte zu verzichten und Eier aus artgerechterer Haltung, etwa Bio-Eier oder Eier mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes, zu kaufen und selbst zu färben. Der konsequenteste Weg zu mehr Tierschutz ist eine vegane Ernährung, die mit ausschließlich pflanzlichen Lebensmitteln auskommt. Für den typischen Ei-Geschmack in deftigen Gerichten kann dabei das leicht schwefelhaltige Salz Kala Namak sorgen.

Über drei Millionen Legehennen in Deutschland leben in sogenannten Kleingruppen-Käfigen. Sieben Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen aus dieser Haltungsform, hinzu kommen importiere Käfigeier aus dem Ausland. Die Tiere haben dort nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite. In der drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Zwar sind die Kleingruppen-Käfige mit Sitzstangen, einer Art Nest und einem kleinen Platz zum Sandbaden und Scharren ausgestattet. Diese Einrichtungen können die Tiere aufgrund des Platzmangels aber kaum nutzen. Damit treten die gleichen Probleme wie in den mittlerweile verbotenen Käfigbatterien auf – die Hennen leiden an Stress, Verhaltensstörungen und Verletzungen. Erst ab 2025, mit Ausnahmen erst ab 2028, ist die Haltung in Kleingruppen-Käfigen gesetzlich verboten.

Ostern tierfreundlich feiern

Während der Osterhase zum Fest allerhand Naschereien und andere schöne Dinge bringt, landen Kaninchen oftmals als Braten auf der Festtafel. Was viele nicht wissen: Mastkaninchen stammen zum Großteil aus Käfighaltung. Die Tiere haben dort keinen Bewegungsfreiraum und fristen ihr Dasein auf Gitterböden. Der Tierschutzverein Ahlen und Umgebung e.V. rät daher dazu, auf tierfreundliche Alternativen zum Osterfest zurückzugreifen.

„Für den Verbraucher, der Kaninchenfleisch im Supermarkt kauft, ist leider meist nicht zu erkennen, woher das Fleisch stammt. Kommerziell gehaltene Kaninchen leben in der Regel in engen Drahtkäfigen – eine Haltung, die absolut tierschutzwidrig ist und die man nicht unterstützen sollte“, sagt Christiane Schäfer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen.

Mastkaninchen, die sich das natürliche, bewegungsfreudige Verhalten ihrer wilden Vorfahren bewahrt haben, sind in der Mast meist in eintönige, enge Käfige gepfercht. Sie leiden unter dem geringen Platzangebot und ungenügenden Rückzugsmöglichkeiten. Die Haltung auf perforierten Böden kann zu Verletzungen und Geschwüren an den Pfoten führen. Hinzu kommen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypien, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden.

Tierfreundlichere Alternativen

Im Gegensatz zur Schweiz gibt es in Deutschland bisher keine Ansätze einer artgerechten Kaninchenhaltung. Eine tierfreundliche Alternative sind daher fleischfreie Festtagsessen. Der konsequenteste Weg zu mehr Tierschutz ist eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung. Rezepte finden sich zahlreich in Kochbüchern und im Internet: Nuss-, Maronen- und Pilzbraten oder auch ein veganer „Falscher Hase“ sind beispielsweise leckere Varianten zum Fest. Darüber hinaus gibt es viele weitere Oster-Rezepte, zum Beispiel für einen tierfreundlichen Osterbrunch. So ist unter anderem auch der süße Hefezopf oder das klassische „Osterlamm“ im Handumdrehen vegan zubereitet.